1810 - Berliner Abendblätter

1810 - Berliner Abendblätter

Vom 1. Oktober 1810 bis 31. März 1811 gibt Kleist in Berlin eine Zeitung heraus, die als eine der ersten überhaupt täglich außer sonntags erscheint.

von Anke Klare

Manuskript Achim von Arnims mit eigenhändigen Korrekturen von Kleist
Manuskript Achim von Arnims mit eigenhändigen Korrekturen von Kleist © Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz / Bildstelle

Die erste Ankündigung der "Berliner Abendblätter" in der "Vossischen Zeitung" vom 25. September 1810 spricht davon, dass ein Blatt etabliert werden soll, "welches das Publikum […] auf eine vernünftige Art unterhält“. Die "Abendblätter" erscheinen zunächst anonym. Erst am 22. Oktober 1810 erklärt sich Kleist als Herausgeber und als weiteren Zweck "die Beförderung der Nationalsache überhaupt“.

Kleists Zeitungsprojekt ist zunächst kommerziell erfolgreich. Zu diesem Erfolg trägt vermutlich bei, dass der Berliner Polizeipräsident Karl Justus Gruner den Abdruck von Polizeinachrichten gestattet. Insgesamt ist die Mischung von literarischen Texten, kleinen Aufsätzen, Theaterkritiken, wissenschaftlichen Beiträgen, politischen und aktuellen Nachrichten eine Neuheit auf dem Zeitungsmarkt.

Einer der Mitautoren ist der Dichter Achim von Arnim. Ende Oktober des Jahres 1810 schickt er ein Manuskript mit drei kurzen Texten an Kleist. Das Papier ist mit wenigen Anmerkungen Kleists versehen und muss an Arnim zurückgegangen sein, da es über dessen Nachlass überliefert ist. Auf Seite zwei befindet sich als deutlichstes Bearbeitungszeichen Kleists handschriftlicher Hinweis zur Platzierung des Textes "Sonderbares Versehen" unter der Rubrik "N. 2. Theater“. Das Arnim-Autograf wurde 1995, gemeinsam mit einem Kleist-Brief, in dem es unter anderem auch um die "Abendblätter" geht, vom Kleist-Museum angekauft. Es gibt einen der wenigen Einblicke in Kleists Tätigkeit als Redakteur.

Im 30. Blatt der "Abendblätter"vom 3. November 1810 erscheint nur dieser dritte Text von Arnims mit den Korrekturen von Kleist. Ein Exemplar genau dieser Nummer der heute nur noch vereinzelt vorhandenen Zeitung ist in den Akten des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz überliefert. Die einmalige Handschrift aus dem Besitz des Kleist-Museums und der seltene Druck aus den Beständen des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz sind ein Beispiel für die mitunter überraschenden korrespondierenden Überlieferungen beider Einrichtungen.

Berliner Abendblätter, 30. Blatt, 3. November 1810
Berliner Abendblätter, 30. Blatt, 3. November 1810 (Ausschnitt) © Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz / Bildstelle

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