Gelungene Premiere - Tag des offenen Denkmals im Aktenmagazin Westhafen

News vom 16.09.2022

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen seit 1993 bundesweit historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, am „Tag des offenen Denkmals“ ihre Türen. In Berlin können Denkmalfreunde sogar ein ganzes Wochenende nicht allgemein zugängliche Bau-, Boden- und Gartendenkmale besuchen.

Westhafen, © GStA PK / Vinia Rutkowski
Westhafen, © GStA PK / Vinia Rutkowski

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK) beteiligte sich am 10. September 2022 erstmals mit seinem Aktenmagazinstandort Westhafen am Tag des offenen Denkmals in Berlin. Das Interesse an den drei angebotenen Führungen „Vom Getreidespeicher zum Aktenmagazin“ war riesig und so waren die Führungen schnell ausgebucht. 
Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte, den Überlieferungen und Aufgaben des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz erhielten die Besucherinnen und Besucher während eines Rundganges einen Einblick in den sonst nicht zugänglichen Magazinstandort, seine Geschichte und die dort gelagerten Bestände, Nachlässe und Sammlungen sowie zu deren Bestandserhaltung. Dem folgten Informationen über die klimatischen Verhältnisse, aber auch über die verschiedenen epochenübergreifenden Verpackungsarten zum Schutz vor mechanischen und biologischen Schäden am Archivgut. Anschließend wurde die Trockenreinigung von Akten unter einer Sicherheitswerkbank vorgeführt. Reges Interesse weckte die Präsentation verschiedener Archivalien und die Vorführung vom Binden eines preußischen Archivknotens.
Die ausnahmslos positive Resonanz der Besucherinnen und Besucher war Dank und Anerkennung für die beteiligen Archivkolleginnen und Archivkollegen. Auch wir hatten viel Freude am Öffnen, Führen und Präsentieren und freuen uns auf eine Fortsetzung beim nächsten Tag des offenen Denkmals.

Archivalienpräsentation, © GStA PK / Diana Kittelmann

Preußischer Archivknoten, © GStA PK / Marie-Luise Adlung

Informationen zum Denkmal Getreidespeicher
Der Getreidespeicher, der ca. 1920 errichtet wurde, besteht aus zehn nutzbaren Geschossen (Keller, Erdgeschoss, 5 Obergeschosse, 3 Dachgeschosse) und hat folgende Abmessungen: Länge 115 m, Breite 27,5 m, Höhe 53 m. Jedes Geschoss ist in vier Abschnitte geteilt, wobei ein Abschnitt ca. 600 m2 umfasst. 
Die Außenwände bestehen aus massivem Mauerwerk, ebenso die Trennwände der Abschnitte und die Umfassungswände der vorhandenen Treppenhäuser. Die Decken wurden aus Stahlbeton gefertigt. 
Der sogenannte Schüttbodenspeicher umfasst rund 30.000 Tonnen Fassungsvermögen. Bis 1993 wurde darin Getreide sowie die Senatsreserve für Lebensmittel (Grundnahrungsmittel, Gebrauchsgüter, Medikamente und Kohle) für das Land Berlin gelagert. 
Das Gebäude verfügte über ein wirksames Be- und Entladesystem: Vom Schiff gelangte das Getreide entweder über das heute noch vorhandene Saughebewerk oder über das nicht mehr bestehende Schiffsbecherwerk zum Verteiler im Kellergeschoss. Von dort wurde es entweder durch Elevatoren zur sofortigen Verwiegung und Reinigung verbracht oder zum Dachverteiler transportiert, um von dort über Bänder, fahrbare Abwurfwagen und Fallrohre auf die Schüttböden zu gelangen.
Seit 1993 wird der Getreidespeicher (Gesamtfläche 16.000 m2) durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) genutzt. Von September 1997 bis Ende 2019 war im Erdgeschoss der Lesesaal der Zeitungsabteilung der Staatsbibliothek (SBB) untergebracht. In den Geschossen 2 bis 5 (Geschoss 1 wird noch durch die SBB genutzt) werden bis heute ca. 25.000 laufende Meter (lfm) oder 25 km Archivgut des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz verwahrt. Die Archivalien lagern entweder in Standregalen oder in Rollregalanlagen.
Constanze Krause

Dachgeschoss, © GStA PK / Diana Kittelmann

Gang im Magazin, © GStA PK / Diana Kittelmann

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