Patente – Musik – Instrumente

News vom 17.02.2022

In den Akten ist Musike... Oder: Was hat preußisches Verwaltungsschriftgut mit Konzerten, Militärmärschen und Hausmusik zu tun?

Bathyphon des Wilhelm Wieprecht und Carl E. Skorra. Aus der Patentschrift von 1839
Bathyphon des Wilhelm Wieprecht und Carl E. Skorra. Aus der Patentschrift von 1839

Im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz wird eine stattliche Reihe von Patentakten aus dem 19. Jahrhundert verwahrt. Sie künden unter anderem von den Bemühungen, die Erfindungen von Musikern und Instrumentenbauern – meist eher das Ergebnis langer Mühen als eines genialen Geistesblitzes – durch den preußischen Staat schützen zu lassen. Dazu war ein recht aufwändiger Verwaltungsweg zu beschreiten.

Aufwendige Spurensuche
Nach der Patentierung (oder dem sehr viel häufigeren abschlägigen Bescheid) verlieren sich im Verwaltungsschriftgut in der Regel die Spuren von Erfindungen und Erfinder*innen.
Diese Spuren können jedoch oftmals in den Beständen des Staatlichen Instituts für Musikforschung (SIM) und den Sammlungen des Musikinstrumentenmuseums (MIM) aufgezeigt und weiterverfolgt werden. Manchmal gelingt es sogar, das Verwaltungsschriftgut eins zu eins mit einem musealen Objekt zu verknüpfen, wie es bei dem „Bathyphon“ der Fall ist, auf welches der Militärmusiker Wilhelm Wieprecht (1802-1872) gemeinschaftlich mit dem Instrumentenbauer Carl Eduard Skorra 1839 ein Patent auf zehn Jahre erhielt. 

Das Verwaltungsschriftgut muss übrigens keineswegs nur aus trockenen und vergilbten Aktenblättern bestehen; je nach Einzelfall kann es auch teils optisch sehr ansprechende Zeichnungen und Pläne umfassen.

Und die Abgelehnten?
Außerdem gilt es, auch die Spuren derjenigen Erfinder*innen weiterzuverfolgen, die sich mit einer schnöden Ablehnung ihres Patentantrages zufriedengeben mussten, aber vielleicht an anderer Stelle in der musikalischen Welt wieder in Erscheinung traten. 

Hierzu bieten die Bestände und Sammlungen von SIM und MIM zahlreiche Recherche-Startpunkte, die voraussichtlich neue Erkenntnisse zur Vielfalt der Musikkultur des 19. Jahrhunderts liefern werden.

Projektförderung
Das BKM fördert dieses Projekt durch die Finanzierung einer Projektstelle für eine*n wissenschaftliche*n Mitarbeiter*in. 
 

Auf unserer Website werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen.

In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen. Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.