Drittmittelprojekte am GStA PK

News vom 11.02.2022

Was haben die Urkunden des Deutschordensmeisters Winrich von Kniprode, die Baupläne des Anhalter Bahnhofs in Berlin und die Massenentsäuerung modernen Schriftguts gemeinsam? Sie werden im Rahmen von Drittmittelprojekten bearbeitet, die 2021 am Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz begonnen, fortgeführt oder abgeschlossen werden konnten. Im Folgenden informieren wir über die aktuellen Projektstände.

Frühe Studie zur Nordansicht des Anhalter Bahnhofs aus dem Jahre (GStA PK, IX. HA 1871 - Architekturbüro Schwechten, Schwechten, Nr. 397 / 2)
Frühe Studie zur Nordansicht des Anhalter Bahnhofs aus dem Jahre 1871 - Architekturbüro Schwechten (GStA PK, IX. HA, Schwechten, Nr. 397 / 2)

Projekt Franz von Schwechten (abgeschlossen)
Der Architekt Franz Heinrich Schwechten (1841–1924) gilt als der prägnanteste Vertreter des Baustils der Wilhelminischen Ära. Neben der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche oder dem Empfangsgebäude für den Anhalter Bahnhof schuf er für zahlreiche weitere Bauten in Berlin die Entwürfe. 

Der 1880 eröffnete Anhalter Bahnhof prägte das Berliner Stadtbild nachhaltig und war Teil des modernsten Eisenbahnnetzes Europas.
Als innovativer Zweckbau mit historistischer Repräsentationsarchitektur symbolisiert der Anhalter Bahnhof die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, die Schnittstelle zwischen Historismus und Moderne, und ist Symbol einer dynamischen wie ambivalenten Zeit, die sich selber suchte.

Dank der Förderung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts konnten 2.300 Architekturpläne restauriert, neu verpackt und für eine Digitalisierung vorbereitet werden.


Projekt Preußisches Urkundenbuch (laufend)
Für das bereits im Jahre 1880 in Königsberg begonnene Editionsprojekt des Preußischen Urkundenbuchs (PrUB) konnte eine Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung eingeworben werden (Juli 2021 bis vorauss. Juni 2024). 

Dem PrUB ist durch die Präsentation der urkundlichen Überlieferung des Deutschen Ordens vom 12. bis zum 14. Jahrhundert eine dezidiert europäische Dimension eigen. Es verbessert die Zugänglichkeit der Quellen nicht nur für die deutsche Geschichte, sondern auch für die polnische, baltische, und russische Landesgeschichte.

Wir freuen uns, Herrn Dr. Christian Gahlbeck als ausgewiesenen Fachmann für dieses Projekt gewonnen zu haben.

Innerhalb des auf drei Jahre angelegten, zunächst für zwei Jahre bewilligten Projektes soll das Urkundenbuch mit Erstellung des siebten und letzten Bandes nach über 140 Jahren seinen Abschluss finden.

Projekt Massenentsäuerung (abgeschlossen)
Viele Bestände in deutschen Archiven bestehen aus säurehaltigem Papier, das stark von Papierabbau betroffen ist und daher aufwendig massenentsäuert werden muss. 

Eine besondere Herausforderung der Massenentsäuerung stellt die zeit- und personalintensive Qualitätssicherung dar. Mittels eines durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien finanzierten neunmonatigen Forschungsprojekts konnte der Einsatz von pH-Teststiften zur Qualitätssicherung und deren Zuverlässigkeit evaluiert werden.

Wir freuen uns, Frau Katarzyna Schirmacher als ausgewiesene Fachfrau für dieses Projekt gewonnen zu haben. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist für das Jahr 2022 vorgesehen.

Projekt Urkundenbestand des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs (abgeschlossen)
Der Urkundenbestand des Brandenburg-Preußischen Hausarchivs umfasste 1943 ca. 3.500 Urkunden. Nach dem 2. Weltkrieg gelangte nur ein Bruchteil der ausgelagerten Urkunden in das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz zurück. Heute umfasst der Bestand im Archiv noch ca. 1.000 Urkunden. 

Innerhalb eines elfmonatigen, durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien finanzierten Forschungsprojekts konnten die Ursprungsprovenienzen der noch vorhandenen Urkunden ermittelt sowie der Verbleib weiterer Urkunden in anderen Archiven recherchiert werden. Vor allem aber wurde der vorhandene Urkundenbestand datenbankfähig neu verzeichnet.

Wir freuen uns, Frau Dr. Stefanie Fraedrich-Nowag als ausgewiesene Fachfrau für dieses Projekt gewonnen zu haben.

Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Die Onlinerecherche und -anzeige des Urkundenbestandes ist bereits möglich.


Projekt zur Digitalisierung des Nachlasses Johann Christoph Bekmann (begonnen)
Johann Christoph Bekmann (1641-1717) gilt mit seiner „Historischen Beschreibung der Chur- und Mark Brandenburg“ als bedeutender Chronist der berlin-brandenburgischen Geschichte.

2022 wird die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa die Digitalisierung des Nachlasses Johann Christoph Bekmann fördern. 

Das Projekt soll im Laufe des Jahres 2022 abgeschlossen werden. Die Digitalisate werden anschließend online abrufbar sein.

Projekt Patente – Musik – Instrumente. Vernetzte Perspektiven in der SPK (begonnen)
Am Geheimen Staatsarchiv werden zahlreiche Patentschriften zu Erfindungen von Musikern und Instrumentenbauern aus dem 19. Jahrhundert verwahrt.

In einem durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien finanzierten Forschungsprojekt werden in Kooperation mit dem Staatlichen Institut für Musikforschung (SIM) und dem Musikinstrumentenmuseum (MIM) fachliche Expertisen zu den erteilten Patenten zwischen 1815 und 1877 erstellt sowie korrespondierende Objekte und Quellen in den Beständen des MIM und des SIM erfasst.

Die BKM fördert dieses Projekt mit der Finanzierung einer achtmonatigen Projektstelle. 

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