Kabinettsminüten

Die Kabinettsminüten sind eine zentrale Quelle für das Regierungshandeln der preußischen Könige im 18. Jahrhundert. Sie sind für eine Vielzahl von Fragestellungen relevant. Um den Zugang zu dieser Amtbuchserie zu verbessern, wurden die einzelnen Bände nun digitalisiert.

Projekt: Digitalisierung des Amtsbuchbestandes GStA PK, I. Hauptabteilung Rep. 96 B Geheimes Kabinett (Minüten, Extrakte, Remissionsjournale)

Der Amtsbuchbestand gehört der Provenienz "Geheime Kabinett" an, das seit dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms I. im Jahr 1713 bis in das frühe 19. Jahrhundert als institutionalisiertes Arbeitszimmer der preußischen Könige und somit als oberste Entscheidungsstelle fungierte.

Die Kabinettssekretäre führten in dieser Behörde drei verschiedene Amtsbuchserien. Die Extrakte enthalten Auszüge der im Kabinett vorgetragenen Suppliken und Berichte mit zahlreichen berühmt gewordenen Marginaldekreten Friedrichs II. Die "Remissionsjournale" enthalten Verzeichnisse über diejenigen Schreiben, die zur Bearbeitung an zuständige Behörden weitergeleitet wurden. Mit 129 Bänden bilden die "Kabinettsminüten" die dritte und umfangsreichste Amtsbuchserie. Sie enthalten sämtliche Kabinettordres als abschriftliche Amtsbucheinträge.

Forschungsperspektive

Wegen der hohen Informationsdichte zählt der Amtsbuchbestand zu den Schlüsselbeständen für das 18. und frühe 19. Jahrhundert. Das gesamte Regierungshandeln der preußischen Könige ist in ihm überliefert. Insofern besitzt er nicht nur für die Preußenforschung einen hohen Quellenwert, sondern auch für alle übrigen landesgeschichtlichen Forschungsvorhaben zu ehemals preußischen Territorien. Weil darüber hinaus auch die auswärtigen Beziehungen und die Vernetzung der Hohenzollern mit dem europäischen Hochadel dokumentiert sind, ist der Bestand auch für europäische und sozialgeschichtliche Fragestellungen relevant.

In den Amtsbucheinträgen spiegelt sich der höfische Alltag und die emotionalen Bindungen der Königsfamilie; in den Extrakten ist zudem die Lebenswelt der Untertanen dokumentiert. Der Bestand bietet somit auch Antworten auf kultur- und mentalitätsgeschichtliche Fragestellungen.

Weil die Amtsbucheinträge keiner inhaltlichen Ordnung folgen, zählt der Amtsbuchbestand zu den schwer auswertbaren Archivalien. Er wurde daher von der Forschung bisher nur rudimentär ausgewertet. Durch die Digitalisierung im Zusammenhang mit weiteren Intensiverschließungen – der Indexierung von Personen, Institutionen, Geografischen Einheiten, Orten und Sachbetreffen und deren Verknüpfung mit dem Digitalisat – werden die bisher weitgehend unbekannt gebliebenen Quellen der Forschung online und komfortabel zugänglich gemacht.

Projekt

Digitalisiert werden 162 gebundene Amtsbuchbände mit sehr guter Papierstruktur. Die Einzelobjekte wurden buchblock-gereinigt und gemäß DIN ISO 16245 A einzelverpackt.

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