Wer wir sind

Das GStA PK ist zuständig für die Überlieferung aus den zentralen Behörden und Einrichtungen Brandenburg-Preußens sowie für die Archivierung von Unterlagen aus den Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Als früheres Zentralarchiv des brandenburg-preußischen Staates gehört es seit 1963 zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Das Geheime Staatsarchiv ist zu großen Teilen ein historisches Archiv, das neben umfangreichen Ministerialbeständen und anderen zentralen Überlieferungen auch Archivalien aus früheren preußischen Provinzen sowie Nachlässe und Sammlungen aufbewahrt. Es ist aber auch in den Standardprozessen moderner Archivarbeit tätig: Es betreut die Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in der Schriftgutverwaltung und betreibt Überlieferungsbildung aus ihren archivreifen Unterlagen.

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz bewahrt circa 35.000 laufende Meter Archivgut, das vom 12. bis in das 21. Jahrhundert reicht. Dabei endet die zentralstaatliche Hauptüberlieferung in der Regel zum Jahr 1933/1934. Durch die nationalsozialistische „Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ von 1933 gingen die preußischen Ministerien damals weitgehend in den Reichsministerien auf, sodass diese Überlieferung im Bundesarchiv zu finden ist.

Eine folgenreiche Geschichte

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz hat seinen Dienstsitz seit 1924 in einem Archivzweckbau in Berlin-Dahlem an der Archivstraße. Zuvor befand es sich in der Berliner Mitte im Stadtschloss und dann ab 1874 in der Klosterstraße. Durch die kriegsbedingten Auslagerungen von 1943/1944 und die zwischenzeitliche Aufbewahrung eines Großteils unserer Überlieferung im Zentralen Staatsarchiv der DDR (Standort Merseburg) bis 1993/1994 steht dem Archiv heute leider nicht der gesamte Magazinkomplex in Dahlem zur Verfügung. Dreiviertel der Archivalien werden deshalb in einem Außenmagazin im Berliner Westhafen gelagert. Bei Bestellung aus dem Forschungssaal steht das Archivgut aus dem Westhafen in der Regel nach einem Werktag zur Verfügung. 

Die Nutzer*innen verfolgen sehr unterschiedliche Forschungsinteressen: Internationale und nationale Historiker*innen arbeiten in unseren beiden Forschungssälen neben Nutzer*innen, die intensiv Heimatgeschichte oder Familienforschung betreiben, Provenienzforschung, Bau- und Denkmalgeschichte, Naturraumforschung und viele weitere Forschungsbereiche kommen hinzu. Das Archivgut wird auf Basis einer modernen Nutzungsordnung zur Verfügung gestellt. Die Nutzung erfolgt im Rahmen des Bundesarchivgesetzes und des Gesetzes zur Errichtung einer Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Für die Verwendung von Schutzmedien stehen geeignete Lesegeräte zur Verfügung. Die Nutzer*innen können selbsttätig Digitalfotografien aus dem Archivgut fertigen oder die Bildstelle des GStA PK für hochwertige Digitalisate beauftragen.

Ein Wort zu den Beständen

Die ersten Ansätze archivischer Überlieferungssicherung für die Kurfürsten von Brandenburg können für das 13. Jahrhundert belegt werden. Große Ordnungsmaßnahmen an den kurfürstlichen Urkunden, Akten und Amtsbüchern aus dem späten 16. und dem 17. Jahrhundert kennzeichnen noch heute zahlreiche der älteren Bestände, so zum Beispiel die Pertinenzordnung des „Geheimen Rates“. Die jüngeren Bestände – zum Beispiel die umfangreichen Überlieferungen des Generaldirektoriums aus dem 18. Jahrhundert und die großen preußischen Ministerialbestände des 19. und frühen 20. Jahrhunderts – sind hingegen archivfachlich modern nach dem Provenienzprinzip aufgestellt.

Weitere wichtige Überlieferungen des GStA PK sind neben den erwähnten zentralstaatlichen Überlieferungen (preußische Ministerien, Generaldirektorium, Geheimer Rat und so weiter):

  • die archivierte Überlieferung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (die Überlieferungsbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin, das für die archivische Überlieferung der Museen in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zuständig ist)
  • zahlreiche Nachlässe und Sammlungen mit Bezug zur preußischen Geschichte (unter anderen die umfangreiche „Allgemeine Kartensammlung“)
  • das Brandenburg-Preußische Hausarchiv (die Hofarchivalien waren zwischenzeitlich ab 1848/1851 eigenständig im Schloss Charlottenburg untergebracht, wo sie 1943 schwere Kriegsverluste erlitten)
  • Teile der brandenburgischen Provinzialüberlieferung (das Staatsarchiv für die Provinz Brandenburg war bis 1945 Teil des Preußischen Geheimen Staatsarchivs)
  • große Umfänge des 1943/1944 kriegsbedingt verlagerten Historischen Staatsarchivs Königsberg mit ost- und westpreußischer Provinzialüberlieferung und bedeutender Überlieferung des Herzogtums Preußen und des Deutsch-Ordensstaates (der zwischenzeitlich in Göttingen aufbewahrte Königsberger Archivkomplex wurde 1966 Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und ab 1978 in das Geheime Staatsarchiv überführt)
  • kriegsbedingte Überlieferungssplitter aus den früheren Preußischen Staatsarchiven für die Provinzen Pommern, Posen und Schlesien
  • vielfältiges Schriftgut von Freimaurerlogen und vergleichbaren Organisationen
  • geringfügige Überlieferungsreste der preußischen Militärüberlieferung bis zum Stichjahr 1866 (die Heeresarchivalien waren 1936 an das damals neu gegründete Heeresarchiv abgegeben worden, das 1945 nahezu vollständig ausbrannte)
     

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