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„Ein Tag, der Türen öffnet: Der Boys‘ Day im Geheimen Staatsarchiv PK“
News vom 13.05.2026
Was ist das „Geheime Staatsarchiv“? Und was geschieht hinter seiner schweren Eichentür? Am 23. April 2026 öffneten sich für Schüler aus Berlin / Brandenburg im Rahmen des bundesweiten ‚Boys‘ Day – Jungen-Zukunftstags‘ die Türen in dem alten Gebäude in der Dahlemer Archivstraße.

Einmal im Jahr öffnen sich die Türen im Geheimen Staatsarchiv PK für Schüler, die am Boys‘ Day teilnehmen. Beim „Tag im Archiv“ stellten Mitarbeitende drei Tätigkeitsbereiche vor: die Restaurierungswerkstatt, die Digitalisierungsstelle und die archivarischen Aufgaben.
Zunächst erläuterte die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Schülern den gesetzlichen Auftrag des Bundes: Männer und Frauen sollen gleichgestellt sein und die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, sich nach den persönlichen Interessen zu verwirklichen. Daraufhin berichtete die Ausbildungsbeauftragte den Schülern von der Entstehung und Geschichte des GStA PK, das seit dem Mittelalter für die brandenburg-preußische Überlieferung ‚zwischen Königsberg und Kleve‘ zuständig ist.
Bei der Führung durch das mehr als 100 Jahre alte Gebäude machten die Schüler Station im sogenannten Repertorienzimmer, wo die Entwicklung von den analogen Findmitteln zur Online-Archivdatenbank erläutert wurde. Im Forschungssaal besichtigten die Schüler das ‚Scan-Tent‘, mit dem sie Dokumente per Smartphone scannen und mithilfe einer App KI-gestützt transkribieren können. Sie lernten aber auch selbst die im 19. Jahrhundert geläufige Kurrentschrift. Denn paläographische Kenntnisse von Archivar*innen werden auch in Zukunft benötigt, um Handschriften zu entziffern. Am Schluss haben alle Schüler selbständig eine Akte bearbeitet und die Informationen zusammengestellt, die in der Archivdatenbank später online recherchierbar sein werden.
In der Restaurierungswerkstatt erfuhren die Jungen Wissenswertes über den Schutz von schriftlichem Kulturgut. Um es vor mechanischen und biologischen Schäden zu bewahren, wird Archivgut unter spezifischen klimatischen Verhältnissen und in verschiedenen Verpackungen aufbewahrt. An einer Pergamenturkunde waren Fraßspuren von Nagetieren zu sehen und unter dem Mikroskop konnten Papierschädlinge betrachtet werden. Eine Restauratorin führte vor, wie sie Risse an einer Akte mit sogenanntem Japan-Papier repariert.
Um Schutz ging es auch in der Digitalisierungswerkstatt: Den Mikrofilm als Schutzmedium für archivalisches Kulturgut der Bundessicherungsverfilmung hatten die Schüler vorher noch nie gesehen. Außerdem durfte jeder Schüler selbst Digitalisate von jahrhundertealtem Archivgut an einem Aufsicht-Scanner erstellen.
Den Abschluss des Boys‘ Day bildete wie bereits in den Vorjahren ein Escape Room-Spiel: Nur im Team konnten die Schüler die schwierigen Fragen zur Geschichte Berlins und Brandenburg-Preußens lösen und den Ausgang aus dem Archiv finden.
Der ‚Boys‘ Day – Jungen-Zukunftstag‘ dient dazu, Berufe und Studiengänge vorzustellen, in denen höchstens 40 Prozent junge Männer eine Ausbildung beginnen. Dazu gehören Berufe im Bereich Restaurierung und Digitalisierung, aber auch der Beruf des Fachangestellten für Medien und Informationsdienste (FaMI). „Ein Tag im Archiv“ ist eine gute Gelegenheit zur Erstorientierung, um die verschiedenen Tätigkeiten kennenzulernen.
Pauline Puppel, Ausbildungsleitung
im Escape-Room, © GStA PK / Nathalie Durot

