Urkunden des Deutschen Ordens gehen online

News vom 21.04.2021

Projekt zur verbesserten Recherche im Archiv des Deutschen Ordens zeigt erste Erfolge: 74 als „Schieblade 109“ bekannte Urkunden des Deutschen Ordens können nun online recherchiert und als Digitalisat genutzt werden. Die zugehörigen Findmittel wurden überarbeitet und die Urkunden konservatorisch behandelt. Damit verbessert sich die Zugänglichkeit der wertvollen Archivalien erheblich.

XX. HA, Pergamenturkunden, Schieblade 109, Nr. 3, anhängendes Siegel
XX. HA, Pergamenturkunden, Schieblade 109, Nr. 3, anhängendes Siegel, © GStA PK / Christine Ziegler

Zu den historisch wertvollsten Beständen des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz zählen die Urkunden, Akten und Amtsbücher des Deutschen Ordens. Sie spiegeln die Verdichtung seiner Territorialherrschaft im bereits zeitgenössisch so betitelten „Preußenland“, das sich in der Blütezeit des Ordens im 14. Jahrhundert weit über die Grenzen der späteren Provinzen Ost- und Westpreußen erstreckte. Die Überlieferung der etwa 6400 Pergamenturkunden setzt dabei bereits ab 1192 ein; die Quellen gehören damit zu den frühesten historischen Zeugnissen im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz.


Um die Recherchemöglichkeiten zum Deutschordensarchiv zu verbessern, wurde im Mai 2019 ein Projekt gestartet, das sich intensiv um die Überarbeitung der zum Teil aus dem frühen 19. Jahrhundert stammenden Findmittel kümmert und in Kooperation mit der Restaurierungswerkstatt im Haus die erforderlichen Maßnahmen zum Bestandserhalt im Blick hat. In einem ersten Schritt können nun die unter ihrer Bestellsignatur „Schieblade 109“ bekannten 74 Urkunden des Deutschen Ordens aus dem Zeitraum 1215-1466 online recherchiert und als Digitalisat auch online direkt genutzt werden.


Es handelt sich dabei um Archivalien, die nach der Unterwerfung Preußens unter polnische Lehnshoheit 1525 an die Krone in Warschau abgegeben, entgegen üblicher diplomatischer Gepflogenheiten mit dem Ende dieser Herrschaft ein gutes Jahrhundert später jedoch nicht zurückgefordert wurden. Erst 1941 setzte während der Besetzung Polens durch die deutsche Wehrmacht eine aus Königsberger Archivaren bestehende Kommission die Herausgabe der Archivalien aus dem Warschauer Kronarchiv durch. Die Urkunden wurden zusammen mit weiteren Beständen des Staatsarchivs Königsberg zum Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelagert und gelangten über verschiedene Stationen Ende der 1970er Jahre schließlich ins Geheime Staatsarchiv. Heute sind diese Quellen in der XX. Hauptabteilung Historisches Staatsarchiv Königsberg aufgestellt.


Mit der nun erfolgten Digitalisierung und Onlinestellung über den Digitalen Forschungssaal des Geheimen Staatsarchivs ist eine ortsunabhängige Nutzung der „Schieblade 109“ sichergestellt.

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