Findbuch zur Polizeiabteilung des Bestands „Preußisches Ministerium des Innern“ jetzt online

News vom 13.05.2020

Ob „Demagogenverfolgung“, Zensur, Attentate – die Akten der Polizeiabteilung des preußischen Innenministeriums spiegeln 150 Jahre deutscher Geschichte. Die 25.000 Aktentitel des Teilbestandes sind jetzt online einsehbar.

Polizeiliche Maßregeln und Strafen wegen Entführung und Raub von Kindern und jungen Mädchen, 1924 - 1925
Polizeiliche Maßregeln und Strafen wegen Entführung und Raub von Kindern und jungen Mädchen, 1924 - 1925 © Bildstelle, GStA PK

Gerade vor dem Hintergrund der derzeitigen Benutzungseinschränkungen bemüht sich das Geheime Staatsarchiv, sein digitales Angebot weiter auszubauen. Dabei konnte jetzt das Findbuch eines weiteren wichtigen Bestandes online gestellt werden.

Das preußische Ministerium des Innern war die zentrale Behörde für die preußische innere Verwaltung. Eine seiner wichtigsten Aufgaben war die Organisation und Beaufsichtigung der preußischen Polizei; diese Aufgabe wurde in der Abteilung II, eben der „Polizeiabteilung“ wahrgenommen.

Polizeisachen, das waren natürlich zuerst der Schutz von Staat und Verfassung durch die Überwachung politisch verdächtiger Personen oder Bewegungen im Gefolge der Französischen Revolution, im sogenannten „Vormärz“ und weit darüber hinaus; das waren die Zensur und Kontrolle der preußischen Presse und die Beobachtung von Arbeiterbewegung und Anarchisten; in der Weimarer Zeit dann auch die Abwehr republikfeindlicher Parteien und Organisationen von rechts und links.

Polizeiliche Aufgabe war aber auch die normale Ordnungspolizei mit ihrem Ziel, durch Regelung des öffentlichen Alltags die Bürger vor Schaden zu bewahren. Entsprechend ging es in der Polizeiabteilung auch um die Verkehrspolizei, um Feuer-, Lebensmittel-, Gewerbe- und Baupolizei, um die Beaufsichtigung von Bädern und Kanalisationen, von Post und Telegraphenlinien sowie um die Verhütung von Krankheiten und Seuchen.

Die rund 25.000 Aktentitel des Teilbestandes der „Polizeiabteilung“ stehen jetzt, überarbeitet und einheitlich geordnet, als Online-Findbuch zur Verfügung – zusammen mit den schon bisher online einsehbaren Aktentiteln von „Kommunalabteilung“, „Militärabteilung“ und „Abteilung Ost-West“. 

Ob „Verdacht auf Benutzung abgerichteter Brieftauben für politische Zwecke“, ob „Öffentliche Hinrichtungen von Verbrechern, Errichtung von Galgen und Vollziehung öffentlicher entehrender Strafen“, ob „Bekämpfung der Schund- und Schmutzschriften auf Bahnhöfen, in Zeitungskiosken und im Straßenhandel“, ob „Attentat des Ökonomen Karl Eduard Nobiling auf seine Majestät den Kaiser und König vom 2. Juni 1878“, ob „Verfahren gegen Eisenbahnbeamte mit (sozial-) demokratischer und regierungsfeindlicher Gesinnung“, ob „Radfahrwesen im Ausland“, ob „Erteilung von Konzessionen für Gymnastiker, Seiltänzer und Kunstreiter“, ob „Verwaltung der Sittenpolizei (Prostitution, Geschlechtskrankheiten etc.) und Förderung allgemeiner Sittlichkeit“: Weltweit können Forscher*innen und interessierte Laien nun in knapp 150 Jahren preußischer und deutscher Polizeigeschichte im Spiegel der preußischen Polizeiverwaltung online recherchieren und stöbern.

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