Offiziere

Vom Fähnrich bis zum General

Die Offiziere waren die Führungselite der Preußischen Armee. Sie befehligten die Truppen in Krieg und Frieden. In der Heeresüberlieferung nehmen sie daher einen prominenten Platz ein.

Quellen zu Offizieren finden sich sowohl in der militärischen als auch in der zivilen Überlieferung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, aber auch in den Beständen der Dienstbibliothek. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen Quellen vor, mit denen Sie Ihre Forschungen beginnen können. Im günstigen Fall weisen Ihnen die daraus gewonnenen Erkenntnisse den Weg zu weiteren Archivalien.

Die Offiziernomenklatur

Im Bestand GStA PK, IV. HA Preußische Armee, Rep. 1 Geheime Kriegskanzlei finden sich die erhaltenen Bände der sogenannten Offiziernomenklatur. Vorhanden sind 24 von ehemals 36 Bänden, in welche die Offiziere aufgenommen wurden, die seit 1750 in der preußischen Armee dienten. Es fehlen die Buchstabengruppen A-Boo, Da-Dies, G-J, Pa-Pis, Q, R, Sa-Schma. Die Bände stammen aus dem 19. Jahrhundert. Wann sie angelegt wurden, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Laufend ergänzt und fortgeführt wurden sie, bis 1874 für die preußischen Offiziere Personalbögen eingeführt wurden. 

Die Familiennamen der Offiziere in der Offiziernomenklatur sind mit großer Schrift hervorgehoben und meistens - aber nicht strikt - alphabetisch geordnet. Die Vornamen sind nicht immer aufgeführt. Angaben über Herkunft und Geburt sind nicht vorhanden. Dagegen ist die jeweilige militärische Laufbahn mit Versetzungen, Kommandierungen, Ordensverleihungen und Entlassungen vermerkt worden. Sterbedatum und Sterbeort sind auch nach 1874 hinzugefügt worden. Die Todesnachrichten sind oft aus Zeitungen entnommen worden. Bei den Offizieren, die über 1874 hinaus gedient haben, wurde mit roter Tinte die Nummer des Personalbogens eingetragen.

Die Offiziernomenklatur ist komplett digitalisiert (erreichbar über die Gruppe 03.05 im Online-Findbuch). 

Preußische Offizierswitwenkasse

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz ist für die Preußische Heeresüberlieferung bis zum Stichjahr 1866 zuständig. Danach – ab 1867 – liegt die Zustänigkeit bei Bundesarchiv – Militärarchiv Freiburg. Aber auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. Im Bestand GStA PK, IV. HA Preußische Armee, Rep. 7 Offizierswitwenkasse und andere militärische Versorgungsbehörden findet sich nämlich eine größere Zahl von Versorgungsakten einzelner Militärangehöriger, die das Stichjahr 1866 überschreiten.

Grund hierfür ist der Umstand, dass die im 19. Jahrhundert aufkommenden Versorgungsakten nach dem Ersten Weltkrieg an eine zivile Stelle abgegeben wurden - an das Hauptversorgungsamt Brandenburg-Pommern, das eine direkt dem Reichsarbeitsministerium unterstellte Reichsbehörde war. Von dort gelangten die Akten im Oktober 1946 in das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, wo sie 2011 dem Bestand GStA PK, IV. HA, Rep. 7 zugeordnet und umfassend verzeichnet wurden.

Erhalten sind Versorgungsakten folgender Militärpersonen: Offiziere (ab dem Dienstgrad Oberst bzw. Kapitän zur See), Militärärzte, Veterinäre, Baubeamte, Verwaltungsbeamte, Richter und Auditeure, Geografen, Topografen und Kartografen, Professoren und Lehrer militärischer Schulen, Heerespfarrer, Angehörige der kolonialen Schutztruppen und Teilnehmer kolonialer Feldzüge.

Die Versorgungsakten sind meist nicht besonders umfangreich (weniger als 50 Blatt). Kopien können über das entsprechende Formular bestellt werden, sofern personenbezogene Schutzfristen abgelaufen sind.

Ranglisten und Nachschlagewerke

Angaben rund um die Laufbahn einzelner Offiziere können auch den Ranglisten entnommen werden. Sie führen neben dem Dienstrang auch Beförderungen sowie Orden und Ehrenzeichen auf. Dagegen fehlt in den meisten Fällen der Vorname, was die zweifelsfreie Identifizierung der Offiziere oft erschwert. Ranglisten erschienen im Druck und sind ab ab 1784 vereinzelt, von 1829 bis 1914 dann geschlossen in der Dienstbibliothek des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz vorhanden (siehe OPAC der Bibliothek, Stichwort: Rangliste). Alphabetische Namensverzeichnisse sind erst ab 1829 vorhanden. Eine Ausnahme bildet die Rangliste für das Jahr 1806.

Nützlich ist ferner das ab 1939 von Kurt von Priesdorff herausgegebene Nachschlagewerk "Soldatisches Führertum", das in vielen wissenschaftlichen Bibliotheken, einschließlich der Dienstbibliothek des Archivs, vorhanden ist. Darin enthalten sind Kurzbiografien preußischer Generale, denen bis ca. 1874 Generalrang verliehen wurde.

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